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Theoretischer Grundriss

Wozu Kugeln in die Hand nehmen?

Die Motivation Kugeln in die Hand zu nehmen und damit zu üben entsteht größtenteils aus dem Wunsch die eigenen Fingerfertigkeiten zu verbessern. Diesen Wunsch haben Instru-mentalisten am häufigsten. Aber auch Sportler, die ihre Hände zum Greifen, Halten oder Werfen benötigen, entdecken immer mehr die Verbesserung ihrer Geschicklichkeit durch das Üben mit Kugeln. Verkrampfungen der Hände und Finger werden durch das Üben mit Kugeln eher bemerkt und damit eine der wichtigsten Fehlerquellen vermieden.

Das eigentliche Stichwort heißt Fingerkultivierung.

Im Wahrig-Deutsches Wörterbuch steht unter dem Begriff kultivieren u. a.: pflegen, verfeinern & veredeln.
Unter pflegen steht wiederum: fürsorglich behandeln, betreuen & für jemandes Wohl sorgen.
Unter verfeinern steht: feiner machen & verbessern.
Unter veredeln steht: edler, besser & vollkommener machen

Diese Begriffsammlung sagt eigentlich alles worum es bei Fingerdynamik bzw. FingerQi-Gong geht. 
 

Die Erfahrung zeigt übrigens, dass sobald das Kugelrotieren regelmäßig und ernsthaft kultiviert wird, nicht nur eine Besserung der Koordination und Geschmeidigkeit der Finger bemerkt wird, sondern sich eine allgemeine Besserung des körperlichen Wohlbefindens einstellt. Wenn sich dann auch noch die persönliche Weiterentwicklung "wie von Geisterhand", durch den Fortschritt zum Meister des Kugelrotierens, bessertt, dann ist der richtige Weg wohl angeschlagen worden. 

Die Kugel 

Der vollendeteste geometrische Körper ist zweifellos die Kugel. Sie repräsentiert Vollkommenheit sowie Harmonie und fördert die Zentrierung und damit innere Ruhe. Sie spielt auf natürliche Weise in den Bauplänen unseres gesamten Universums eine heraus-ragende Rolle. Der Beginn des Lebens steht zum Beispiel in engem Zusammenhang mit der Kugel. Die weibliche Eizelle hat Kugelform. Die Zelle die sich aus der Vereinigung von Ei und Spermium formt, teilt sich nach etwa 15 Stunden wiederum in weitere kugelförmige Zellen. Die Kugel als Sinnbild des Vollkommenen wird seit Ewigkeiten als das Sinnbild des Lebens überhaupt angesehen. Was liegt dann eigentlich näher als mit der Ursprungsform der Kugel den Körper zu kultivieren. 

Das Phänomenale an der Kugel als vollkommenster Körper ist, dass sie sich selbst trägt. Die statischen Kräfte eines Kugelgebildes sind so harmonisch aufeinander abgestimmt, dass die Kugelschale großen Druckbelastungen standhält. Egal ob es sich um einen Planeten oder um einen Wassertropfen handelt, sie nimmt natürlicherweise die Form an, bei der die Oberflächenspannung zu einem Minimum wird, welche wiederum die Kugelform ist. Auf einer Kugeloberfläche befindet man sich an jeder Stelle im exakt gleichen Abstand zum Kugelmittelpunkt. Man entfernt sich niemals weiter, kommen dem Kern aber auch nie näher.

Die spielerische Leidenschaft des Menschen hat sehr früh die Kugelform als optimalen Spielball erkannt und auch benutzt. Handball, Fußball, Tennis, Golf und viele andere Sport-arten benutzen kugelförmige Bälle. Kugeln eigneten sich in der Vergangenheit, aufgrund ihrer Eigenschaften, leider auch für weniger friedliche Zwecke, nämlich als Waffe. Gemeint ist hier nicht nur die Kanonenkugel, sondern auch die kleine Handkugel, die auch als Schlag- und Wurfwaffe eingesetzt wurde, wie geschichtliche Quellen belegen..

Die Wirkungen des Kugeldrehens

I. Medizinisch
Die Traditionelle Chinesische Medizin basiert unter anderem auf der Theorie der Meridiane, anzusehen als ein Netzwerk von Energiekanälen im Körper. Einige dieser Meridiane, es sollen insgesamt etwa 14 sein, verbinden die Hände mit allen wichtigen Organen des men-schlichen Körpers wie Kopf-, Brust-, Bauch-, und Beckenorgane. Durch das Kugelrotieren mit den Fingern werden die zahlreichen Reflexfelder und Akupunkturpunkte der Meridiane der Finger und Handinnenflächen aktiviert und stimuliert - hiervon sollen über 100 existieren. Damit entspricht das Kugelrotieren einer Handreflexzonen-Massage.

Mögliche Blockaden im Bereich der Meridiane können durch das Kugelrotieren in der Hand aufgelöst werden, wodurch die Lebensenergie (Qi) wieder besser fließen kann. Gerade dadurch wird bei chronischen Erkrankungen eine heilende Wirkung erzielt. Es ist ebenfalls erstaunlich, wie beispielsweise direkte Störungen der Hände sich durch diszipliniertes Kugelrotieren zusehends bessern. 

II. Präventiv
Beim "gesunden" Menschen unterstützt das regelmäßige Kugelrotieren das Leben durch-weg positiv. Es stimuliert durch eine Erhöhung der Durchblutung das zentrale Nervensystem, wodurch die Konzentrationsfähigkeit erhöht und das Gedächtnis gebessert wird. Durch das Kugelrotieren werden die Muskeln des Unterarms in harmonischer Weise in Bewegung gesetzt. Dies regt wiederum, durch die erhöhte Muskelarbeit, den Kreislauf und das Atmungssystem in sanfter Weise an. Muskeln, Gefäße, Gelenke sowie Nerven der Finger, Hände, Arme und des Schulter-Nacken-Bereiches werden aktiviert und harmonisiert. Für Chinesen ist das Kugelrotieren daher eine der effek­tivsten Formen der Gesundheitser-haltung.

Für viele Spitzensportler Chinas sind die Kugeln ein wichtiges Trainingsgerät, das sie fast jeden Tag nutzen. Die Kugeln fördern nicht nur die Feinmotorik der Finger und stärken die Unterarmmuskulatur auf natür­liche und harmonische Weise, sondern führen durch eine Lockerung der beanspruchten Finger, Hände, Arme und Schultern auch eine spürbare Entkrampfung herbei.

Durch die gleichzeitige Weiterentwicklung des muskulären, skelletären und vaskulären Systems des gesamten Oberkörpers, unter Einbeziehung des Gehirns und Nervensystems, wird der Übende mental gefestigter und ausgeglichener. Für viele Berufe, Hobbys und Sport-arten, die Handgeschicklichkeit und Fingerfertigkeiten erfordern, ist diese Möglichkeit der natürlichen Entkrampfung und dadurch besseren und schnelleren Entspannung eine willkommene Abhilfe. Je fortgeschrittener der Übende ist, desto weniger verkrampft er sich. Das liegt daran, dass die Wahrnehmung der persönlichen Verkrampfungsmustern durch die beim Üben regelmäßig erfolgende Entkrampfung erhöht wird.

Beim Kugelrotieren entsteht ein Energieaustausch zwischen Kugel und Hand bzw. Finger. Es handelt sich um die Wahrnehmung von Druck bzw. Berührung, Haltung, Balance und Bewegung sowie Temperatur bzw. Wärmeaustausch. Bei Kugeln mit Klang kommen noch die Vibration und der Klang hinzu.

Hierbei muss betont werden, dass die Wahrnehmung dieser Einflüsse erst entsteht, wenn der Übende alle Finger beherrscht, was gleichzeitig die Beherrschung des Kleinfingers der nicht dominanten Hand bedeutet. Ein Energieausgleich, der erst eine Weiterentwicklung ermöglicht, entsteht ab der Stufe der harmonischen rhythmischen Bewegung. Aus diesem Zustand heraus kann nur Gesundes erfolgen.

Eigentlich geht es beim Kugelrotieren um die Gelenke, die durch das Üben in ihrer Beweg-lichkeit geschmeidiger werden.

III. Psychisch
Ein begeisterter Kugelrotierer sagte einmal: „Haltet mich ruhig für verrückt, aber je weiter ich mit dem Kugelrotieren komme, desto weiter komme ich in meinem persönlichen Reifungs-prozess“. Diese Aussage beruht auf der Tatsache, dass beim regelmäßigen Üben nicht nur die Reflexzonen, die mit allen inneren Organen verbunden sind, angeregt werden, sondern es auch eine psychische Zuordnungen der einzelnen Finger und sogar deren Glieder und Gelenke gibt.

Die Nutzung unserer Hände, durch die Entwicklung von angestrebten Fingerfertigkeiten, hat es uns Menschen erst ermöglicht uns vom bloßen Tierdasein zu befreien. Dies hat sowohl unser Denkvermögen als auch unsere Gehirntätigkeit allgemein weiterentwickelt.

Das Üben in der Kunst des Kugelrotierens gibt die Möglichkeit der absoluten Harmonisierung des Körpers. Dies wiederum ist unvermeidlich eng verbunden mit einer psychischen und geistigen Weiterentwicklung des Individuums. Die Psychosomatische Medizin beruht auf der Tatsache, dass die Psyche und der Körper zwei Entitäten einer untrennbaren Einheit sind.

Eine grobe Einteilung der Zuordnung der einzelnen Handbereiche, die durch das Kugelrotie-ren aktiviert bzw. angesprochen werden ist:

  • Handzentrum = Handlungsimpuls
  • Daumen = Vitalität und Sexualität
  • Zeigefinger = Ego und Selbstbewußtsein
  • Mittelfinger = Objektivität und Abgrenzung
  • Ringfinger = Dualität (Beziehung) und Kreativität
  • Kleinfinger = Intelligenz und Spiritualität 

Die einzelnen Fingerglieder wiederum sollen folgende aufsteigende Einflussnahme haben. Es gilt jeweils aufsteigend vom Grundglied über Mittelglied zum Endglied:

  • Daumen:
    Bewegung, Lustempfinden, Körperwahrnehmung
  • Zeigefinger:
    Selbstbehauptung, Selbstverwirklichung, Selbstbewusstsein
  • Mittelfinger: 
    Beharrlichkeit, Realitätssinn, Tugendhaftigkeit
  • Ringfinger: 
    Beziehungsgestaltung, Kreativität, Hingabevermögen
  • Kleinfinger: 
    Erfolgsstreben, Sprachvermögen, Spiritualität
    (modifiziert nach: Handenergie von Matthias Mala)

Das heißt, dass mit jedem Fortschritt = Gliedsprung, den der Übende beherrscht, er zwangs-läufig reifer wird. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass dieser Fortschritt nur dann einkehrt, wenn beide Hände frei und ohne Augenkontrolle beherrscht werden.

Letztendlich bleibt es aber dem Übenden überlassen wahrzunehmen wie die Fortschritte, die er durch das beharrliche Üben mit den Fingern erzielt, sich auf seine persönliche Weiterentwicklung auswirken bzw. sich bemerkbar machen. 

Der Weg ist das Ziel, sodass das Ziel darin besteht, den Weg niemals aufzugeben.

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